Einwanderungsgeschichte von Carl Wilhelm Schünadel


Die Einwanderungsgeschichte unseres Vorfahren und Ururgroßvaters Carl William Schoenadel (englische Übersetzung) ist eine Zusammenstellung aus Geschichten älterer Familienmitglieder, Zeitungsartikeln und von Informationen, die in einem Schoenadel Stammbuch von Steve Schoenadel und seiner Frau Debbi im Jahr 1976 mit Hilfe aller Familienmitglieder zusammengetragen worden waren. Ebenfalls geht der ausdrückliche Dank der hier lebenden Schoenadel an die Arbeit von Wolfgang Kißmer, der Familienaufzeichnungen bis in die Mitte des 16ten Jahrhunderts zurückverfolgen konnte.

 

1656 entstandene ehemalige Verzierungen an der Hinterfront des Hauses Gerberstrasse Nr.16, dem Geburtshaus von Carl Wilhelm Schünadel * 31.12.1851

 

 rechts mitte:  

Wappenstein mit dem Motiv des Niedersten Tores

(befindet sich heute im Mendener Museum)

 

rechts unten: 

das kurkölnische Wappen

 

links unten: 

das springende Pferd des westfälischen Wappen

 

links oben:

eine Madonna


Wir sind stolz darauf, daß unsere Wurzeln in dieser schönen, historischen, früher von einer Stadtmauer umgebenen Stadt Menden in Deutschland liegen.

 

 

Diese Vignetten-Nachzeichnung von Karl-Heinz Rickert aus dem Jahre 1957 zeigt im Stile Merians einen Prospekt Mendens von 1620 ( Original im Besitz des Städtischen Museums Menden )

Verlagsrechte bei Manfred Topp



Unser Ururgroßvater Carl Wilhelm Schünadel wurde am 31.12.1851 in Menden geboren. Er war das fünfte von sechs Kinder. Die Eltern waren Peter Schünadel und Agnes Friedrich. Im Taufregister steht, dass er am 6ten Januar 1852 durch den Pfarrer Philipp Hemmer in der katholischen St. Vincenz Kirche getauft wurde.

 

 

  

Photo der St. Vincenz Kirche um 1942

Quelle: Stadtarchiv Menden

Während der 1870er Jahre gab es eine großangelegte Kampagne der religiösen Unterdrückung in Deutschland. Der sogenannte „Kulturkampf“ war eine politische Bewegung die durch den Kanzler Otto von Bismarck initiiert worden war. Kurz gesagt, war es eine sehr angespannte Zeit zwischen den Katholiken und der Regierung.

 

Als Folge dieser Ereignisse verließen Kapuzinermönche Westfalen und siedelten in ein deutsches Karmeliterkloster in Cumberland, MD um.

 

  

 

Dieses Kloster gehört zur Pfarrei der katholische St. Peter und Pauls Kirche.

 

Der folgende Eintrag stammt aus dem geschichtlichen Kirchenbuch der St. Peter und Pauls Kirche :

1875 erreichten Kapuzinermönche Amerika auf der Suche nach einer Zuflucht vor der Verfolgung durch den Kulturkampf; einem Konflikt zwischen der deutschen Regierung und der katholischen Kirche über die Kontrolle von Kirchenangelegenheiten und Erziehung.



Während dieser Zeit verließ auch Charles Deutschland, um in Amerika ein neues Leben mit vielen neuen Freiheiten und Möglichkeiten zu beginnen.

   

Am 27. September 1873 erreichte er Baltimore, MD. Er reiste in Richtung Cumberland weiter, da er wusste, dass er dort eine katholische Gemeinde mit deutschen Siedlern finden würde. Er war eifrig bemüht Arbeit zu finden, damit er seine Verlobte, Clara Duvahl, aus Deutschland nachkommen lassen konnte.

 

Clara wurde am 14. September 1847 in Giershagen, Westfalen, Deutschland geboren. Sie war die Tochter von Joseph und Anna Maria (Pohle) Duvahl. Clara wurde am 16. September 1847 getauft. Ihre Taufpaten waren Clara Pohle, Louise Meier, Matthias Gotte und Johannes Gaise; alle waren Einwohner von Giershagen.

 

  Herz-Jesu Altar von St. Peter und Paul

 

Clara kam am 6. Juli 1874 in New York an, wo Charles auf sie wartete. Gemeinsam kehrten sie nach Cumberland zurück, wo sie am 20. Juli 1874 in der St. Peter und Pauls Kirche von Pfarrer Cyril Knoll verehelicht wurden.

 

Eine kurze Randnotiz des Autors:

 

Wir fragen uns immer noch, wie es damals wohl für die Eltern gewesen sein muss, wenn das eigene Kind das Haus verließ und einen Ozean überquerte um eine neues Leben zu beginnen und eine neue Familie zu gründen und es wahrscheinlich nie wieder zu sehen.

  

Es muss eine Zeit großer emotionaler Schmerzen und Hoffnungen für die Eltern gewesen sein. Allein die Überquerung war für viele eine tödliche Erfahrung. Seekrankheit, Krankheiten, Raub, Vergewaltigung, etc. Es gibt unzählige Geschichten amerikanischer Einwanderer über die Gefahren und die Seebestattungen.

  

Das erste von Claras und Carls sechs Kinder, Charles William Jr., wurde am 26. August 1875 in Cumberland, MD geboren.

  

Am 1. August 1877 zogen sie nach Patterson Creek, West Virginia. Charles arbeitete dort für eine Eisenbahngesellschaft. Während sie dort lebten wurden zwei weitere Kinder geboren. Joseph John wurde am 6. November 1877 geboren und Mary Clara drei Jahre später am 17. September 1880.

  

Am 17. April 1882 beantragte Charles in Mineral County, West Virginia die Bürgerrechte. Da dies vor der Frauenrechtsbewegung war, konnte Clara die Bürgerrechte zwar nicht selbst beantragen, allerdings bekamen verheiratete Frauen automatisch die Bürgerrechte verliehen, wenn diese ihrem Mann verliehen wurden.

  

Am 11. August 1882 kehrten sie nach Cumberland zurück und mieteten sich ein Haus in der Frederick Street.

  

Ihr viertes Kind, Frederick Charles wurde am 19. September 1882 geboren.



Am 30. November 1882 kauften sie von Daniel Houck für 300,- $  ein Haus auf Shriver’s Hill.


Nachdem sie einige Zeit dort gelebt hatten und das Haus ausgebaut hatten, investierte Charles in ein zweites Haus auf Shriver’s Hill. Dieses Haus kaufte er für 200,- $ im Januar 1884.

 

  

Am 7. Oktober 1884 wurde Charles ein Bürger der United States. Zu diesem Zeitpunkt war er 32 Jahre alt. Seine Zeugen waren Joseph Britting und Frederick Seader.


Da er jetzt die Bürgerrechte besaß, konnte Charles an den anstehenden Präsidentenwahlen teilnehmen.  Am 4. November 1884 gab er seine Stimme für Grover Cleveland ab.

 

Am 16. Februar 1886 wurde ihre zweite Tochter Theresa Frances geboren. Sie starb im Alter von anderthalb Jahren am 14. Juli 1887. 


Ihr letztes Kind, Peter Martin wurde am 19. Januar 1888 geboren.






Im Jahre 1890 zogen Charles und Clara nach Narrows Park, dort lebten sie bis zu ihrem Tode auf einer Farm die eine Aussicht über Narrows Park und den Oberlauf der Narrows boten.


Es wird erzählt Carl habe ein Gedicht über die Narrows geschrieben, in dem er beschreibt wie sehr sie ihn an den Rhein in Deutschland erinnern, leider ist das Gedicht verloren gegangen.

                                            Bildquelle : http://freepages.history.rootsweb.ancestry.com

 

 Anmerkung des Authors: Da ich den Rhein bei meiner Deutschlandreise sehen konnte, stimme ich darin überein, dass die beiden sich sehr ähnlich sehen. Das Tal ist kleiner und nicht so lang.

 

Die Narrows sind auch als „Tor zum Westen“ in der Geschichte von West-Maryland bekannt. Ein großer Teil amerikanischer Geschichte kam durch diesen Pass in den Bergen.

 





Bild 1        Narrows stonebrigde and Streetcar; 

Quelle siehe unten

 


Charles arbeitete bei der früheren Baltimore und Ohio Railroad und der Cumberland Electric Company Trolley Eisenbahn als Vorarbeiter beim Gleisbau, die von Cumberland durch die Narrows nach LaVale in Narrows Park führten. Charles arbeitete auch sehr gerne auf seiner Farm.


Clara starb am 21. Februar 1928.

Charles starb am 29. Juli 1932 auf seiner Farm beim Abendessen.

Sie sind beide auf dem Friedhof von St. Peter und Paul, Cumberland, MD begraben.

 

  

Während ihres gesamten Lebens blieben Charles und Clara hingebungsvolle Mitglieder der St. Peter und Paul Gemeinde. All ihre Kinder wurden hier getauft.






Ein Buntscheiben-Fenster auf dem der Name K. Schönadel steht, ist bis heute in der Kirche zu sehen und zeugt von ihrer Großzügigkeit. Charles war Mitglied der St. Peter und Paul Wohltätigkeits-Gesellschaft.





Am 31. März 1998 wurde in der Cumberland Times News folgender Artikel abgedruckt.



1914 eröffneten der zweite Sohn von Charles und Clara, Joseph J. Schoenadel und seine Frau Rose einen Lebensmittelladen mit Speiseeistheke auf ihrem Grundstück, das an den Narrows Park angrenzte. Zwischen 1920-1921 führten sie das Restaurant im Park.

  

                                      Bild 2  Narrows Park – c 1895;  Quelle: siehe unten

                                                                                Bild 3  The Narrows – street cars on old stone bridge;

 

Quelle Bild 1-3

(This photograph is part of the Herman and Stacia Miller Collection and has been printed courtesy of the Mayor and City Council of Cumberland, Maryland.)

Diese Photos sind Teil der Herman und Stacia Miller Sammlung und werden mit der Genehmigung des Bürgermeisters und des Stadtrates von Cumberland, Maryland abgebildet. 








The old Schoenadel Grocery Store 1

 

 









1922 eröffneten sie den zweiten Schoenadel Laden gegenüber dem Brunnen und der Kehrtwende (Richtungsänderung) der Autostraße der Cumberland Electric Railway und der Cumberland and Westport Railway.

 

Zeitungen aus Cumberland und von ausserhalb der Stadt wurden in dem Geschäft verkauft und von den Kindern ausgetragen. Die Route erweiterte sich von Locust Grove bis zum Six Mile House in LaVale. Je nach Alter lieferten sie mit einem Handkarren, zu Pferd oder mit dem Automobil aus. Alle Mitglieder der Familie waren beim Zeitung austragen eingebunden, bis das Geschäft 1946 verkauft wurde. Alle zehn Kinder der Familie halfen im Geschäft.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

The old Schoenadel Grocery Store 2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mein Vater Georg Schoenadel war Joes Enkel, der ebenfalls beim Zeitung austragen half. Vater meinte sie hätten so weit ausgeliefert, wie ihre Beine sie tragen konnten. Er erzählte mir, daß Großvater Joe niemals an eine Versicherung für das Geschäft geglaubt habe. Joe hatte Feuerwerkskörper an eine Schnur gebunden und sie als Feueralarm um den Heizofen gehängt.

 

Es muss funktioniert haben, da das Gebäude auch heute noch steht. Laut den Geschichten älterer Familienmitglieder und Nachbarn muss das zweite Geschäft kurz nach seiner Eröffnung von 2 Männern überfallen worden sein. Joe feuerte mit seiner Pistole und die Räuber wurden nie wieder gesehen. Nach der Flut von '36, gaben Joe und Rose den Menschen in Not, welche ihre Häuser in der Flut verloren hatten, in ihrem Laden zu essen.

                             4 Generationen Bild – Joe, George C., George J., Charles M. Schoenadel, Baby

 

Der Sohn von Joseph Schoenadel, William J. Schoenadel führt die Tradition mit seinem Geschäft in Little Orleans weiter. Er hat dort seid über 30 Jahren eine Mischung aus Lebensmittelgeschäft, Bar und Restaurant.

 

Bills Laden war für viele Dekaden ein beliebter Anlaufpunkt für Wanderer, Motorradfahrer, Jäger und ähnliche entlang des C&O Kanals. Es wurde als „Oase in den Wäldern“ bezeichnet.

 

                                                    Charley, Fred, Mary und Baby, Joe, Peter

Bills alter Laden wurde vor einigen Jahren durch ein Feuer zerstört. Mit Hilfe von guten Freunden und Nachbarn konnten Bill und seine Familie das Geschäft wieder neu aufbauen. Niemand von ihnen wollte sehen, wie diese Sehenswürdigkeit verschwand. Es wäre schmerzlich von allen vermisst worden, die es kennen.

                              Carl,  Joe,  Fred,  Charles,  Pete

Grandpap Schoenadel September 1936

 

 Autor David Schönadel

 

bearbeitet 2009 von Christian und Wolfgang Kißmer