Einführung in die Familienforschung  -                       Familienforschung für Anfänger


 

Zusammengestellt aus  Informationen vieler  Forscher

( man muss das Rad ja nicht immer neu erfinden, was gut ist sollte man auch nutzen )

z.B. Manfred Kannen, Volker Wilmsen, Volker F.Hahn, Dr.Rudolf Tillmann, Heinz Hammerschmidt, Peter Dörling, Genealogy.net, FamilySearch, PRO-GEN, Stadtarchiv Menden, sowie ungenannte Forscher   und eigenen Erfahrungen.

( ich hoffe alle Ideengeber sind einverstanden, sonst bitte melden und ich entferne Ihren Anteil am Kurs, bitte keine Abmahnanwälte, diese Seite hat keine nach Gewinn ausgerichtete Eigenschaft sondern dient allein der Hilfestellung für Familienforscher)


 

Mit meinem (unserem) Kurs

 

                   „Nicht nur Bäume haben Wurzeln“

 

möchte ich Ihnen die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen der Familienforschung aufzeigen.

  

Wer Interesse an seiner eigenen Familie hat, sich für seine eigene Herkunft und den Ursprung seiner Familie interessiert, kennt oft die vielfältigen Quellen nicht, die ein Nachforschen ermöglichen.

Informieren Sie sich in den folgenden Kapiteln:

 

1  Befragung

 

2  Standesamt

 

3  Kirchenbücher

 

4  Archiv-Akten

 

5  Internet

 

6  Sicherung

Struktur:   Manfred Kannen


Kapitel  1      Befragung

 

Der Anfang ist einfach, aber halten Sie sich von Anfang an die Regel alle Daten immer mit Datum und Ortsangabe und Quelle zu erfassen.

 

Schreiben Sie Ihren eigenen Werdegang auf, wann und wo geboren, wann und wo getauft, die Taufpaten, Eltern und Geschwister, Schulbesuch, Ausbildung,

weiterer Berufsweg.

Heirat, Kinder usw. immer alles mit Datum und Ortsangabe.

Dann erfasst man die Daten der Großeltern, Urgroßeltern, Schwiegereltern. 

Hier werden sicher die ersten Lücken auftreten, wann starben Oma, Opa.

                Jetzt spätestens stellt sich ein Jagdfieber ein.

Man befragt Onkel, Tanten, Vettern und Cousinen.

Wer hat, nimmt natürlich seinen Laptop mit und erfasst die Daten gleich in einem Familienforschungsprogramm.

Aber auch ohne PC ist eine Forschung problemlos möglich.

Hier hilft zum Beispiel der Familiengruppenbogen von Volker F.Hahn

Immer nur einen überschaubaren Teil vornehmen und nach Möglichkeit immer die komplette Familie mit all ihren Daten erfassen sowie bei den Paten und Trauzeugen auch die Herkunftsorte notieren. Das kann, wenn man einige Generationen zurück ist und die Angaben spärlicher ausfallen, helfen bei der Ermittlung der Herkunftsorte der Vorfahren.

Jede Information die man bekommen kann notieren, auch wenn sie im Moment unwichtig erscheint.

Wichtig !

Nicht nur nach den Daten fragen, sondern auch nach den Lebensumständen.

Wo lebten sie und wie lebten sie ?  Gab es Kinder, die früh verstorben sind ?

Gibt es noch Unterlagen im Familienbesitz die Aufschluss geben können zum Beispiel über den sozialen Stand etc.

Jetzt werden sicher die ersten Familiengeschichten aufgewärmt, hier heißt es nun mitschreiben oder die Befragung mit einer Video-Kamera (Handy) aufzeichnen. Später kann man dann diese Aufzeichnungen öfter ansehen und entdeckt sicher noch einiges, was einem beim ersten Ansehen nicht aufgefallen ist.

Wenn die Großeltern, Onkel und Tanten erst einmal verstorben sind, ist auch ihr Wissen für uns verloren.

Bei den Befragungen sollte man insbesondere auch nach Dokumenten fragen: Familienbibeln  (oft mit Familienchronik), Familienstammbüchern, Ahnenpässen, Ahnentafeln

oben  Eine Seite aus einem Familienstammbuch     -     unten  eine 5 Generationen Ahnentafel

unten   Kreisdiagram  Ahnentafel van Oranje Nassau    erstellt vom Programm  Pro-Gen

Geburtsurkunden,   Heiratsurkunden,  Sterbeurkunden,   Schenkungsurkunden , Testamente ,   Totenzettel,   Wehrpässe, 

 

Personalausweise ‑ sonstige Familienpapiere -  Fotos  -  Briefe  - Gesellenbriefe - Meisterbriefe -  Tagebücher und  vieles mehr … 

 

                                           Alte Briefe sind Zeitzeugen

26. Oktober 1838:

 

 

                                        Lieber Bruder

 

Also wird nun Wilhelm wohl an seinem Platze sein; es ist doch gut, dass er fürstlich gutes Reisewetter gehabt hat. Möchte er nur immer gesund bleiben, bis wir ihn wieder haben; dann ist er doch bei uns der letzte; aber dann geht’s mit Bering seinen Marschällen loß. Wie traurich ist es, wenn solche in der Ferne sterben oder auch nur bedeutend krank werden. Schulten Joseph von Bilme wird wahrscheinlich todt sein; sein Vatter ist zu ihm nach Wetzlar, und war Mittwochen noch nicht zurück gekommen. Es wird Peter doch auch recht leid thun, dass unser treue u. freundliche Reisegefährte nach Soest ein solches Schicksal gehabt hat. In der dortigen Gegend wird er so allgemein bedauert u. beklagt, wie uns Schulte von Himmelpforten erzählte; umso größer ist nun der Verlust für seine Eltern u. Geschwister. Ein gutes Herz offenbarte sich in ihm.

 

Hoffentlich wirst Du lieber Bruder Peter doch Dienstag wohl nach Menden auf’n Viehmarkt kommen. Wahrscheinlich kann ich mit Ev. Schulte Mittwochen Abend zu Euch kommen; wenn das aber nicht der Fall ist, dann bitte ich, komme Du doch Allerheiligen Morgens nach Menden in die Hochmesse u. gehe dann mit mir hier hin, dann wollen wir mal ordentlich zusammen plaudern. Wir müssen noch 3 M. Roggen und 1 ½  M. Weizen säen; aber schändlich haben die Schnecken u. Schleichen uns den Roggen verdorben. 1 Morgen Roggen haben wir wieder umgesäet, ein anderer wär es auch wohl nöthig, u. ein 3ter scheint auch in gleicher Lage. Es ist vordringlich, solche Stücke Frucht vor Augen zu haben, und der Schaden ist gewiß groß. Hoffentlich bekommen wir recht bald Sonntagsmesse, dann müsst Ihr doch recht fleißig zu uns kommen u. wir haben als dann des Sonntags mehr Ruhe. Gleich nach Martini kömmt unser neue Kaplan, wie es heißt nach Menden. Der kleine Fritz nickte, als ich ihn fragte, ob er Euch auch einen Gruß schicken wollte, gewaltig ja.

 

Seine Abendskost ist etwas Grütze, u. ein Bratkartoffel mit Butter, u. dann schläft er einen guten Puff; aber den ganzen Tag geht’s gelaufen mit ihm. Lebt nun alle recht wohl u. gesund. Wir alle grüßen Euch 1000 mal. In der Hoffnung, dass wir uns bald sehen, verharre ich wie immer           

 

Dein treuer Bruder  Caspar Joseph Sauer

Brief-Quelle:   Dr. Rudolf Tillmann

 

Wenn man Ihnen die Papiere nicht überlässt:   Kopien anfertigen,

die Bilder duplizieren lassen,  hier ist eine Digital-Kamera wertvoll, schnell und sicher sind Dokumente und Bilder digitalisiert und zur Speicherung am PC zu Hause für die Weiterverarbeitung in Chroniken etc. vorhanden.

 

 

Wer ist auf dem Foto  zu sehen   ?

 

Mit der richtigen Beschriftung wissen auch die nachfolgenden Generationen wer auf dem Foto zu sehen ist und es landet nicht aus Unkenntnis im Müll.

Hochzeitsfoto des Brautpaares

Johann Heinrich Sommer gnt.Gräve, Landwirt und Anna Maria Isabella Vorhoff

 

oo 25.07.1874 in der St.Vincenz-Kirche Menden

 

Obere Reihe von links :

 

Wilhelmine Theodora Maria Luise Sommer                       * 26.09.1890 Holzen / Bösperde

 oo 25.05.1916 Menden       Heinrich Struckholz                  * 28.08.1888

 

Caroline Franzisca Sommer                                                   * 04.03.1882 Holzen / Bösperde

oo 18.05.1904 Menden       Wilhelm Kissing                        * 07.04.1873 Menden

 

Fritz Carl Theodor Sommer  (Hoferbe)                                * 17.08.1884 Holzen / Bösperde

 oo 29.07.1895 Menden       Martha Riekenbrauck              * 29.07.1895 Menden

 

Theodor Sommer                                                                     * 20.04.1895 Holzen / Bösperde

 

Maria Francisca Sommer                                                        * 14.05.1875 Holzen / Bösperde

 oo 14.02.1895 Menden       Heinrich Lüke                             * 13.06.1866

 

Heinrich Sommer                                                                      * 22.05.1872 Holzen / Bösperde

 oo 03.10.1899 Menden    Maria Böning gnt. Immenkötter * in  Wiescherhöfen

 

Sophia Elisabeth Carolina Sommer                                        * 04.11.1886 Holzen / Bösperde

oo 05.05.1909 Menden       Franz Eikelmann                          * 24.08.1883 Altenhunden

 

Bildquelle :  Heinz  Hammerschmidt – Nachfahre der Familie

 

 Untere Reihe von links:

 

Sophia Theresia Sommer                                                          * 21.10.1888 Holzen / Bösperde

1.oo 27.11.1912 Menden    Joseph Delewe                            * 21.07.1886 Herbrum

2.oo 21.01.1920 Werl  Joseph Heinrich Hammerschmidt     * 15.06.1888 Menden

 

Maria Sophia Sommer                                                               * 29.10.1876 Holzen / Bösperde

oo           1902 Unna             Karl Heile

 

Anna Maria Isabella Vorhoff                                                    * 21.12.1852 Holzen / Bösperde

 oo 25.07.1874 Menden Johann Heinrich Sommer gnt.Gräve* 13.07.1846 Holzen / Bösperde

 

Johann Heinrich Sommer gnt.Gräve Landwirt                        * 13.07.1846 Holzen / Bösperde

oo 25.07.1874 Menden       Anna Maria Isabella Vorhoff        * 21.12.1852 Holzen / Bösperde

 

Anna Maria Sommer                                                                    * 15.04.1879 Holzen / Bösperde

 

Zeitungsarchive sind Fundgruben für den Familienforscher.

Bilder und Berichte über Gold- Silberhochzeiten, Jubiläen, Anzeigen über Geburten, Taufen, Hochzeiten, Sterbefälle oder Firmenjubiläen bringen eine Vielzahl von Daten und Infos.

 

Dokumentieren  Sie alle Ihre Quellen.

 

Quellenangaben erleichtern die Arbeit und verleihen dem Stammbaum,

der Familienchronik eine entsprechende Stabilität und Glaubwürdigkeit.

 

Durch Systematik gewinnen Sie einen Überblick über das,  was Sie bereits haben, so das Sie Ihre Forschungen gezielter ausrichten können.

 


 

 

Kapitel 2

Die Standesämter wurden in Preußen am   01.10.1874  und

 im gesamten Deutschen Reich am 01.01.1876 eingeführt.

 

Bei den Standesämtern werden von staatlicher Seite Urkunden über die Geburt, Heirat und den Tod aller Einwohner geführt.

 

Im Rheinland

(linksrheinisch ab 1798, rechtsrheinisch ab 1810)

finden Sie sogenannte Zivilstandsregister aus französischer Zeit.

 

Für andere Bereiche z.B.  Westfalen, Niederlande, setzen diese Quellen ebenfalls um 1810 ein,  brechen oft aber nach einigen Jahren 1814/1816 wieder ab.

 

Hier werden ebenfalls von staatlicher Seite  die Geburten, Heiraten und Sterbefälle aufgeführt.

 

 

Nach der  Novellierung des Personenstandsrechts vom 1.1.2009 gelten folgende Fristen :

 

Eheregister           80  Jahre

Geburtsregister   110 Jahre

Sterberegister       30 Jahre

 

Nach Ablauf dieser Fristen müssen die Register und die zugehörigen Sammelakten den zuständigen öffentlichen Archiven angeboten werden.

 

Mit dem Ende der genannten Fristen ( also nicht erst nach der tatsächlichen Abgabe an das Archiv ) gelten für die Benutzung die archivrechtlichen Vorschriften, es werden die Register also für die genealogische Forschung frei zur Verfügung stehen.

 

Ab dem 1. Januar 2019 stehen damit also zur Verfügung

Eheregister         bis 1939

Geburtsregister  bis 1908

Sterberegister     bis 1988

 

 

Eine Geburtsurkunde

nennt Name und Vornamen des Geborenen, das Geschlecht, Geburtsdatum und Ort, Namen der Eltern und deren Wohnort.

 

In einer Heiratsurkunde

 werden Braut und Bräutigam mit Namen und Vornamen, Geburtsdatum und Ort, Beruf und Wohnort genannt.  Die Eltern der Brautleute werden mit Namen und Vornamen aufgeführt.  

 In jüngerer Zeit findet man auch einen kurzen Hinweis auf die Heirat der Eltern mit Ort und Register-Nummer.   Sollten die Eltern schon verstorben sein, so findet man auch Sterbedatum und Ort.

 

In einer Sterbeurkunde

wird der Verstorbene mit Name und Vornamen genannt.

Sterbedatum und Sterbeort manchmal die Todesursache, Wohnort, Ehepartner, Familienstand: ledig, verheiratet, verwitwet, Geburtsdatum und Ort.

 

 

Beim zuständigen Standesamt können Sie  fehlende Unterlagen anfordern.

  

Ist Ihr Großvater in Menden gestorben,

so schreiben Sie dem Standesamt in Menden.

 

Haben die Eltern in Iserlohn geheiratet so finden Sie

die Heiratsurkunde beim Standesamt in Iserlohn.

 

Fordern Sie die Urkunden als Fotokopie an, denn hier finden Sie oft                          Randvermerke,

 wie z.B. Sterbedaten, Hinweise auf  2. oder 3. Ehen  usw.,  welche auf den Standart Formularen fehlen.

 

Diese Informationen sind für Ihre weiteren Forschungen wichtig.

 

Trauurkunde mit Randvermerk  -  rechts oben der Sterbeeintrag des Ehegatten

 

Für einen Anfänger ist der Zeitraum bis 1875 zurück mit einigen Kosten und Schwierigkeiten verbunden. Sollten Sie in den Zeitbereich vor 1875 vorgedrungen sein, so wird es einfacher und billiger.

 

Im Rheinland und weiteren Teilen Deutschlands finden Sie die Zivilstandsregister.  Hierbei handelt es sich um Vorläufer der Standesämter.

 

Durch die Besetzung durch Napoleon und die Angliederung an das französische Staatsgebiet wurde auch die staatliche Führung von Geburts Heirats‑ und Sterbeurkunden vorgeschrieben.

 

Zweitschriften dieser Unterlagen finden sich in den Personenstandsarchiven in Brühl (Rheinland),

 in Detmold (Westfalen), teilweise in den Bistumsarchiven.

 

Die Erstschriften in den Standesämtern und in den örtlichen Kirchengemeinden.

 

Eine Nutzung ist zumindest in den Personenstandsarchiven jedem Interessenten möglich.

Die Suche wird durch Dezennal ‑ Tabellen (Personen‑Indices für 10 Jahre eingebunden) erheblich erleichtert.


 

Kapitel  3

Bei den Kirchenbüchern handelt es sich um die wesentlich ältere Quelle.  

 

Die kirchliche Beurkundung von Taufen, Heiraten und Sterbefällen setzt

erheblich früher ein und wird parallel zu den Standesämtern bis heute geführt.

 

Das Konzil von Trient endet 1563.

 

Hier wurde für die katholische Kirche die Führung von Tauf‑ und Traubüchern vorgeschrieben.

 

Die Führung von Sterbebüchern (richtig: Begräbnisbüchern)

wird erst ab 1614 vorgeschrieben.

 

Für evangelische Gemeinden gelten in etwa ähnliche Vorschriften.

In den meisten Fällen setzt die Kirchenbuchführung zwischen 1600 und 1700 ein.

 

Der 30jährige Krieg (1618 ‑ 1648) zerstörte so manche Aufzeichnung. Ebenso durch Brände und Mäusefrass. Sie finden die Kirchenbücher oft zentral in den katholischen Bistumsarchiven und den evangelischen, landeskirchlichen Archiven. Für die Ostgebiete im evangl. Zentralarchiv Berlin. In der Zentralstelle für Genealogie in Leipzig. Eine wichtige Adresse für Forscher in den Ostgebieten ist die Martin Opitz Bibliothek in Herne.

Die meiste Zeit wird der Familienforscher beim Lesen und Entziffern von alten Kirchenbüchern verbringen, z.B.

Beginn der evangelische Kirchenbücher in unserem Raum Deilinghofen 1680, Hemer 1718, Menden 1830,

Beginn der katholische Kirchenbücher in unserem Raum

Affeln St. Lambert 1674,             Balve St. Blasius 1648,  

Bausenhagen St. Agnes 1658,   Fröndenberg 1688,  

Hemer St. Peter u. Paul 1700,   Hohenlimburg St. Bonifatius 1859, 

Iserlohn St. Aloysius 1764,        Letmathe St. Kilian 1683, 

Menden St. Vincenz 1658,          Sümmern St. Gertrudis 1702,  

weitere Daten finden Sie auf meiner Homepage

Affeln St.Lambert  Trauungen 1677

Balve St. Blasius  Taufen  1649

Menden St. Vincenz   Seelenstandsregister  1651 - 1661

 

Hemer ev. Kirchengemeinde  Taufen, Begräbnisse und Hochzeiten im Jahr 1722

Hüsten St. Petri  Trauungen  1674

Voßwinkel  St. Urban  Trauung  24. November 1808

 

Ältere Kirchenbücher aus der Zeit vor 1876 sind im allgemeinen von jedermann einsehbar.

Dies gilt uneingeschränkt in zentralen Archiven, doch meist werden zum Schutz der alten Archivalien nur noch Filme an Lesegeräten angeboten.

 

Anders ist es schon im Pfarrbüro wenn die Bücher noch nicht im Zentralarchiv sind.

  

Hier hängt es von der Bereitschaft des Pfarrers ab, ob er Ihnen die Bücher vorlegt oder dies mit dem Hinweis auf Zeitmangel oder Datenschutz ablehnt.  In machen Pfarreien gibt es auch ehrenamtliche Helfer die gegen Gebühr suchen dürfen.

 

Höflichkeit gegenüber dem Pfarrer, seiner Haushälterin

und der Leiterin des Pfarrbüros sind daher oberstes Gebot.

 

Bedenken Sie,

weitere Forscher wollen auch noch in den Kirchenbüchern suchen  !!!

 

 

 

Die damit anfänglich verbundenen Schwierigkeiten wie das Aufsuchen von Pfarrämtern und Archiven, die alte Handschrift, etwas Latein usw. –

sind keineswegs allzugroße Hindernisse.

 

Übungen zum Lesen von Sütterlin- und Fraktur-Schrift

finden Sie im Internet auf der Homepage von Peter Dörling      

 

www.suetterlinschrift.de

 

 

Bei den Lateinischen Bezeichnungen hilft „Latein I und II  für den Sippenforscher  erschienen im C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn

 

 Im Gegensatz zu den staatlichen Unterlagen z.B. Standesamt, werden natürlich in den Kirchenbüchern nur die Angehörigen einer bestimmten Kirche genannt.

 

In einem katholischen Kirchenbuch werden Sie in der Regel nur katholische Personen finden, evangelische oder jüdische Personen werden selten genannt, nur wenn vor Ort keine Religionsgemeinschaft vorhanden war oder bei Mischehen.

 

Sie sollten deshalb, wenn irgendwie möglich, zunächst auf die Unterlagen der Standesämter oder Zivilstandsregister zugreifen.

  

Erst wenn diese Quellen erschöpft sind, sollten Sie mit den Kirchenbüchern beginnen.

 


 

Kapitel 4

Standesämter und Kirchenbücher liefern das Grundgerüst :

 

Namen,  Daten,  Orte.

  

Mehr über die Familien muss man aus den Akten der zuständigen Archive entnehmen, die nach 1500 und jünger, zunehmend über Steuern, Pacht, Gerichtsverfahren, notarielle Beurkundungen und anderes informieren.

  

So finden wir zum Beispiel im Stadtarchiv Menden:

Schatzungsregister, Ratsprotokolle, Eheverträge, Testamente, An- und Abmelderegister,  Einwohnerverzeichnisse und Adressbücher.

 

Eine Präsenzbibliothek mit Orts- Pfarr- Familien- und Vereins-Chroniken.

 

Ein umfangreiches Zeitungs- und Bildarchiv liefert Informationen.

 

oben    Seite 1 vom Schatzungsregister 1783  Amt Menden

oben    Ratsprotokoll  Menden 23. März 1754      -     unten   Inventarium  28.Dezember 1580

 

1580 den 28. Dezember

 

 Inventarium und anzeig das sich nach

Absterben sehligen Catharinen Henrichs Wittiben

sehligen Michaelen Lilhotte befunden

Erstlich gahr kein hausgerath

Ein bett und Zubehor hatt die sehlige

Fraw so ihrem todtbette ihrem Sohn tobiasen

geschenken und vorab gegeben. Im ubrigen

sich befunden alt Kaste und alt schrein

Ein borgerlich Hauß die gerechtigkeidt .......

ist Johan Wieman verschrieben ür 10 1/2 rthlr

bleibt beim hauße

halb Morgen land zwischen den lidden worahn

Wilm Lilhott lauth obligation zuforderen hat 15 rthl

noch halben Morgen zwischen lidden darahn Henrich

Erminghauß  hatt lauth obligation 10 rthlr

halben Morgen ahm gelben Morgen frey Erb

halben Morgen ahn der hohenhorst peter brakel verschrieben ad 17 rthlr

Eine Wiesse 1 1/2 fuhder Heuwachs ahn der hohenhorst

worahn das schmidde ambt zufordern 10 rthlr sens brakel

5 rthlr peter brakel 2 rthlr

halb fuhder sawer heuwachs ahn der oese  worahn

Henrich Brunninghauses  Sohn hatt  rthlr 6

 

 

Früher gab es in Menden vom  Stadtrat  bestellte  Sterbherren, deren Aufgabe war es  festzustellen welche Vermögenswerte  vorhanden waren um bei einer weiteren Ehe des hinterbliebenen Elternteils  das Erbe der erstgeborenen Kinder zu sichern.

 

Schornsteinschatzung  1664   Bauernschaft Schwitten

unten        An- Abmelderegister der Stadt Menden  Juni  1891

 

zum Beispiel :  Lillotte  Fundstellen

Viehschatz 1589

Lillehon Henrich                                 4 Kühe

 

Mendener Kaland

Lillhotte Hermannus                           1550, 1556, 1569, 1582

 

Mendener Bürgerliste von 1667 mit Angabe der Steuer

Lillhotte Franz  gnt.Strünkelmann       25     Niederlassung seit 1661

Lillhotte Michael                                    18

Lillhotte Johann                                     16

Brünninghaus Heinrich                         20     Namensnennung im Nachlaß

 

 

Ratsprotokolle

 

1681-1683

 

Seite 30    Tobias Lilhotte – Arendt Mührer    Schlägerei

 

Seite 33    Jost Bathe und Frau – Erben Witwe Michael Lilhotte

 

1683-1686

 

Seite 33    Gerd Lilhotte aus Holland verlangt 20 Rtlr von Elbert Schlüter  abgelehnt

 

Seite 68    Gerd Lilhotte aus Holland begehrt eine Erbschaft Hollmann

 

1686-1688

 

Seite 18    Streit wegen Erbschaft Lilhotte – Hollmann

 

1691-1693        

 

Seite 3      Streit Lilhotte – Haus     Land abgebaut

 

Seite 12    Tobias Lilhotte hat Heinrich Haus vor Bgstr. und Rat beleidigt

 

Seite 36    Tobias Lilhotte – Caspar Hamer    wegen einer Wiese

 

1693-1694        

 

Seite 44    Klage Lilhotte und Diedrich Schröder zu Schwitten - Raffenberg, Erbschaft

 

1713

 

Seite 4      Klage Wilhelm Lilhotte – Henrich Mürer Streit wegen Erbschaft

 

Seite 55    Tobias Lilhotte – Henrich Mürer

 

Seite 56    Wilm Lilhotte - Henrich Mürer

 

 

In den Staatsarchiven finden wir weitere Schatzungsregister, Grund- und Hypothekenbücher,  Testamente und viele weitere Dokumente aus dem Leben unserer Vorfahren.

 

Über Findbücher sind die Bestände dieser Archive verzeichnet,

 sie beschreiben den Inhalt, mit Aufzählung aller Archivalien, die

 darin vorhanden sind.

 

Archivalien sind originales und reproduziertes dokumentarisches Material, das bei einer bestimmten Tätigkeit in der Verwaltung, Behörde, Firma oder bei Privatpersonen entstanden ist.

 

Wenn Sie die für Ihre Forschung relevanten Akten gefunden haben,

 können Sie diese mit einem Formular bei der Lesesaalaufsicht bestellen.

 

Informationen über die Staatlichen Archive, Adressen Öffnungszeiten und deren Bestände finden Sie auf meiner Homepage verlinkt.

 

oben      Belegschaft Eisenwerk Rödinghausen im Jahr 1892

                                                          unten       Werksschule  Eisenwerk Rödinghausen  1964/1965

 

Nutzen Sie vorab die Recherchemöglichkeiten in den Online-Findbüchern,

 

Sie ersparen sich Zeit und Kosten !

 

Nichts ist ärgerlicher als wenn man vor Ort, nach langer Anreise und langem Suchen in den Findbüchern, die gewünschten Archivalien erst am nächsten Tag einsehen kann.

 

Informieren Sie sich auch, ob die Archivalien im Haus sind oder wie z.B. bei den Grundbüchern in Münster erst aus externen Depots angefordert werden müssen.

 


 

Kapitel  5  Internet

 

Mormonen – International Genealogical Index ( IGI )

 

Seit vielen Jahren steht dem Familienforscher ein neues Hilfsmittel zur Verfügung.

 

Es handelt sich um von den Mormonen erstellte Kirchenbuchabschriften, die kostenlos im Internet einzusehen sind.

 

 

Um diese Daten anschauen bzw. herunterladen zu können, muss man vom gesuchten Ort eine Batchnummer  in Erfahrung bringen. 

 

Wie sieht eine Batchnummer aus?

 

Die Kirchenbuchabschriften sind im Allgemeinen nach Taufen und Trauungen unterteilt (an Sterbedaten sind die Mormonen weniger interessiert).

 Der Anfangsbuchstabe macht deutlich, um welchen Typ von Kirchenbucheintrag es sich handelt.  Die fortlaufende Nummer beginnt meistens mit dem Eingabejahr der Daten.

 Die Batchnummern lassen sich wie folgt typisieren:

  C = Taufen (männlich und weiblich), 

  J = Taufen (nur männlich),

  K = Taufen (nur weiblich),

  M = Trauungen.

  Dabei schließen sich die Nummern C bzw. J/K gegenseitig aus.

  Nur hinter Nummern, die mit diesen Buchstaben beginnen, verbergen sich auch Abschriften von Kirchenbüchern.

 Jede Batchnummer ist siebenstellig.

  Der erste Buchstabe oder die ersten Zahlen weisen auf den Quellentyp hin.

 

 

Es gibt drei grundlegende Arten von Quellen:

 

i.     Extrahierte Aufzeichnung von Kirchen- und Zivilgeburten, Taufen und Heiraten. Buchstaben C, J, K und P zeigen Taufen- oder Geburten an. E und M (ausgenommen M17, M18) zeigen Heiraten. Die Nummern 725, 745 und 754 beziehen sich auf zivile Daten und 744 auf andere Extraktionen.

 

ii.    Von einem Mitglied eingereicht (eingereicht seit 1969). Der Buchstabe F und Nur-Ziffern-Nummern (mit der 3. Ziffer kleiner als 4) zeigen Ihnen Familiengruppenaufzeichnungen, Einzelpersonen-Eintragungen und Heiratseintragungen an. Eine Nur-Ziffern-Nummer zeigt häufig an, daß jemand den Namen erforscht hat. Die Zahlen 01-23 zeigen  Familiengruppenaufzeichnungen an, die außerhalb der US eingereicht wurden.

  

iii.    Aufzeichnungen ausgewählter Tempel und verstorbener Mitglieder der LDS-Kirche.

 

Weitere Infos auf meiner Homepage unter Familienforschung 2

 

 

Das Internet bietet heute viele weitere Möglichkeiten zu forschen, so gibt es zahlreiche kommerzielle Anbieter die uns ihre Dienste anbieten.

 

Hier sind  Ancestry   und   MyHeritage  zu nennen, die auch die Möglichkeit bieten, die eigenen Daten dort zu erfassen, zu pflegen und mit anderen Familienforscher in Kontakt zu treten.

  

Desweiteren  gibt es das Kirchenbuchportal  Archion das gescannte

Kirchenbücher  gegen eine Gebühr  am Rechner einsehbar macht.

  

Als kostenloses  online Kirchenbuchportal  gibt es noch Matricula wo

zum Beispiel das Bistum Münster  alle gescannten Kirchenbücher

eingestellt hat.

  

Dort  beginnt auch das Bistum Paderborn seine Bücher den Familienforschern kostenlos zur Verfügung zu stellen, bis alle Bücher eingestellt sind wird es aber wohl noch Jahre dauern. 

 

Helfen können auch  genealogische Mailinglisten.

Hier  kann man auf das Wissen vieler zugreifen eventuell

 hat ja jemand mit den gleichen Wurzeln schon umfangreiche Forschung geleistet.       Verlinkt auf meiner Homepage

 

 

 

Kapitel  6   Sicherung

 

Datenschutz 1 und Datenschutz 2

 

zu 1

 Wer sich mit der Familienforschung befasst, sieht sich mit einer Vielzahl von rechtlichen Fragen konfrontiert.

Von Bedeutung ist vor allem, unter welchen Voraussetzungen man Zugang zu urkundlichen Quellen erhält und was im Zusammenhang mit der Sammlung von personenbezogenen Daten und deren Veröffentlichung zu beachten ist.

Hier finden Sie im Internet unter „GenWiki“ umfangreiches Fachwissen

 

 zu 2

 Sicherung der erforschten Daten.

 Ob nun in Papierform oder als Daten im Rechner, sichern Sie Ihre Daten mehrfach ab, nicht erst wenn die ersten 2000 Datensätze vom Rechner verschwunden sind.  

Regelmäßige Sicherheitskopien lassen den Verlust bei einem Computerabsturz oder Virenbefall noch in engen Grenzen stattfinden.

Große Datenbestände sollten auch in Kopie außer Haus gelagert werden.

 Es ist mehr als bedauerlich, dass wohl 90% und mehr aller Ergebnisse der Familienforschung verloren gehen, weil die Unterlagen der Familienforscher nach deren Tod weggeworfen werden.

 Um dieses zu vermeiden, sollte jeder Genealoge rechtzeitig daran denken, seine Forschungsergebnisse für die Nachwelt zu sichern.

 

Bild unten gefunden im Internet  Quelle unbekannt

 

Es muß ja nicht gerade der  eigene Körper sein !  

 

Ihr Stadtarchiv oder Familienforschergruppen werden sicher gerne Ihre Forschungsergebnisse in ihren Bestand aufnehmen und für die Nachwelt erhalten.

 

Zum Schluß….

 

Wenn Sie alles getan haben, bedanken Sie sich bei all denen, die Ihnen geholfen haben, indem auch Sie Ihre Informationen mit anderen teilen.

 

Helfen Sie anderen mit Ihrem erworbenen Wissen.

 

Ich danke für Ihr Interesse.

 

Viele weitergehende Informationen finden Sie auf meiner Homepage verlinkt, nutzen Sie die sicheren Verlinkungen, die ich vor Jahren für die Teilnehmer meiner VHS-Kurse zur Familienforschung zusammengestellt habe. Diese Verlinkungen wurden in unregelmäßigen Abständen überprüft und aktualisiert. Sollte eine Verlinkung ins Leere laufen, da der Einsteller seine Netz-Daten geändert hat, bitte ich um einen Hinweis.